In der Bergpredigt (Matth. 5-7) spricht Jeschua über die 10 Gebote und erklärt die wahre Motivation des Herzens, die die Grundlage für unser Verständnis und unseren Gehorsam gegenüber der Torah sein soll. Der Berg der Seligpreisungen interpretiert den Berg Sinai und legt ihn aus. Im der Begegnung mit geistlichen Leitern hat Jesus immer wieder eine bestimmte Einstellung des Herzens thematisiert: das Verlangen gesehen und wahrgenommen zu werden.

Matth. 6,1 – “Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen! Sonst habt ihr von eurem Vater im Himmel keinen Lohn mehr zu erwarten”.

Sogar unsere guten Taten können durch diese unterschwellige Motivation verdorben werden. Wieviel unseres Dienstes ist motiviert durch das Verlangen, dass Menschen uns ehren und uns als gerecht wahrnehmen?

Matth. 6,5 – “Und wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler, die sich zum Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken stellen, um von den Leuten gesehen zu werden. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten”.

Hoffen wir in Anbetungszeiten und Gemeindetreffen, dass jemand bemerken wird wie geistlich und „gesalbt“ wir sind?

Matth. 6,7 – “Beim Beten sollt ihr nicht leere Worte aneinander reihen wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen”.

Wenn wir beten oder Lehren oder Besprechungen leiten, sind wir dann fasziniert vom Klang unserer Stimme und denken, dass auch andere diesen Klang genauso lieben?

Matth. 6,16 – “Wenn ihr fastet, setzt keine Leidensmiene auf wie die Heuchler. Sie vernachlässigen ihr Aussehen, damit die Leute ihnen ansehen, dass sie fasten”.

Hast du einen bestimmten “super-geistlichen” Gesichtsausdruck, den du auflegst, wenn es um geistliche Dinge geht? Denkst du, dass du Menschen beeindrucken kannst durch diesen Ausdruck, so dass sie denken, dass du es ernst meinst und aufrichtig bist, heilig und andere liebend, sich um sie kümmernd und besorgt? Jeschua bezeichnet dies als „gefälschten oder unechten“ Glaube. Autsch!

Und als er die Pharisäer zurückwies fügte er hinzu:

Matth. 23,5 – “Und alles, was sie tun, tun sie nur, um die Leute zu beeindrucken”.

Es scheint sich um ein bestimmtes Verlangen zu handeln, das unter geistlichen Leitern vorherrschend ist und darin besteht, dass andere uns wahrnehmen und uns zumindest mit Ehre anschauen (es ist fast das Gegenteil des Verlangens der Augen, eine Frau lustvoll anzuschauen (Matth. 5,28).

Ich frage mich, warum sich Jeschua so oft wiederholt hat? Er scheint hier schrecklich überflüssiges zu sagen, findest du das nicht auch? Vielleicht wiederholt er sich in diesem Punkt so oft, weil das Problem selbst sich auch so oft unter vielen geistlichen Leitern in so vielen verschiedenen Situationen wiederholt.

Jeschua sagte auch, dass wir uns danach sehnen, dass unsere guten Taten gesehen werden.

Matth. 5,16 – “So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen”.

Es geht nicht darum, ob wir gesehen werden, sondern warum. Zu welchem Grad tun wir „gute Taten“ allein zur Ehre Gottes, oder uns selbst subtil betrügend, um einen Teil dieser Ehre für uns zu erhalten?

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